Die Sportbranche erlebt eine Phase intensiver Fusionen und Übernahmen. Technologische Fortschritte, ein wachsender Wettbewerbsdruck und neue Märkte treiben diese Entwicklung voran.
Die Sportbranche ist längst mehr als nur Unterhaltung – sie ist ein Milliardenmarkt. Private-Equity-Firmen, globale Konzerne und Tech-Unternehmen haben diesen Markt für sich entdeckt. Im Jahr 2024 wurden weltweit über 1.100 Fusionen und Übernahmen mit einem Gesamtvolumen von 86 Milliarden US-Dollar durchgeführt. Für dieses Jahr wird sogar eine noch stärkere M&A-Aktivität erwartet. Grund dieser Dynamik sind die Digitalisierung, veränderte Konsumgewohnheiten und verbesserte regulatorische Rahmenbedingungen für Übernahmen. Nicht zuletzt braucht die Sportindustrie frisches Geld, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und Innovationen voranzutreiben.
Denn der Sportsektor erlebt durch Wearables, Fitness-Apps und virtuelle Trainingsplattformen eine digitale Revolution. Das zwingt die Unternehmen, ihre technologischen Kompetenzen zu erweitern, um innovative Produkte und Dienstleistungen anzubieten. So übernahm 2023 die US-amerikanische Firma Peloton die deutsche Fitness-App Freeletics, um ihre digitale Plattform zu stärken und den europäischen Markt zu erweitern. Die Vergabe großer Sportereignisse wie die Olympischen Spiele oder Weltmeisterschaften etwa in arabische Länder zeigt, dass der Sport internationaler wird. Sportmarken und -veranstalter wollen über Zukäufe M&A in aufstrebende Märkte wie Asien oder Afrika expandieren und neue Zielgruppen erschließen.
2022 akquirierte der französische Konzern Decathlon die chinesische Firma Lianhua Sports, um seine Präsenz in Asien auszubauen. Gleichzeitig drängen vor allem chinesische Anbieter nach Europa. Drei Jahre vor den Olympischen Winterspielen 2022 kaufte Chinas größter Sportartikelhersteller Anta Sports Products die finnische Amer Sports für 4,6 Milliarden Euro. Dieser Deal machte Anta zum Eigentümer bekannter Wintersportmarken wie Salomon, Peak Performance, Atomic und Arc’teryx.
Ein weiterer Treiber ist, dass viele Unternehmen ihr Produktportfolio diversifizieren, um neben dem klassischen Sportartikelgeschäft in den Wachstums-märkten Gesundheit, Wellness und Lifestyle vertreten zu sein. Nike investierte 2023 in die Wellness-Plattform Headspace und ist seitdem im Bereich mentale Gesundheit und Achtsamkeit engagiert. Nicht zuletzt übernehmen private Investoren oder Unternehmen ganze Sportvereine. So machte der US-Finanzinvestor und Milliardär Mark Walter Schlagzeilen, weil er für rund 10 Milliarden US-Dollar die Mehrheit der Anteile am Basketballclub LA Lakers übernehmen will. Vor wenigen Wochen gab der US-Finanzinvestor Warburg Pincus bekannt, dass er mehrheitlich den Fürther Hersteller von Sport- und Schutzbrillen Uvex übernehmen will. Das fast 100 Jahre alte Familienunternehmen wäre mit rund 800 Millionen Euro bewertet.
Die Entwicklung zeigt die Dynamik, die in der Branche vorhanden ist. M&A werden auch in den kommenden Jahren ein zentrales Instrument für Wachstum und Innovation bleiben.
Mit dem Fonds TOP Sport Global Equity, der über-wiegend in Unternehmen und Themen rund um den Sport, Gesundheit und Lifestyle investiert, können Anleger an dieser Entwicklung teilhaben. In den letzten Jahren profitierte unser Sportfonds bereits von einigen Übernahmen:
- 2024: Die staatseigene Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) übernahm den deutschen Hersteller von Hightech-Polymerwerkstoffen Covestro und bot den Aktionären einen Kursaufschlag von 12 Prozent. Die Kunststoffe des Unternehmens finden in Sportschuhen, Sportgeräten, Brillen, Wearables und Funktionstextilien Verwendung.
- 2024: Itochu Corp. eines der größten Handels-unternehmen in Japan kaufte das für Funktionswäsche im Wintersport bekannte Unternehmen Descente mit einem Kursaufschlag von 30 Prozent.
- 2022: KKR & Co. kauft die Accell Group N.V. Nachdem der Zusammenschluss mit der nieder-ländischen Pon im Jahr 2017 nicht zustande kam, erwarb die Beteiligungsgesellschaft KKR den Fahrrad-hersteller Accell Group N.V. mit einem Kaufaufschlag von 40 Prozent.
- 2019: Drei Jahre vor Beginn der Olympischen Winterspiele 2022 kaufte Chinas größter Sportartikelhersteller Anta Sports Products Ltd. die finnische Amer Sports für 4,6 Milliarden Euro in bar. Der Kursaufschlag betrug 20 Prozent.