Mailand und Cortina d’Ampezzo bereiten sich auf die Olympischen Winterspiele 2026 vor. Doch Schnee wird zum Luxusgut: Der Klimawandel stellt Wintersport-regionen infrage und verändert die Sportindustrie.

In den Alpen ist es heute im Schnitt rund zwei Grad wärmer als vor 50 Jahren. Die Schneefallgrenze steigt stetig; unterhalb von 1.500 Metern ist Schneesicherheit kaum noch gegeben. Schon jetzt werden über 60 Prozent aller Skipisten weltweit künstlich beschneit – mit hohem Energie- und Wasserverbrauch. Viele Skigebiete können die Kosten dafür nicht mehr stemmen. Die Betreiber ziehen sich zurück. So übernahm der US-Gigant Vail Resorts zuletzt die Schweizer Skigebiete Andermatt-Sedrun und Crans-Montana. In Tirol kaufte die Schultz-Gruppe das Skigebiet St. Johann.

Die großen Hotel- und Tourismusketten reagieren, indem Wandern, Mountainbiken und Wellness das Skifahren und Snowboarden ersetzen. Aus klassischen Wintersportregionen werden Ganzjahresdestinationen.

Olympische Spiele im Klimastress

Selbst die Olympischen Winterspiele sind kein Selbstläufer mehr. In den letzten Jahren bewarben sich immer weniger Städte. Die Kosten und die ökologische Belastung sind hoch. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) versucht gegenzusteuern. Mit Bekenntnissen zu Nachhaltig-keitskriterien, die Wiederverwendung bestehender Anlagen und CO₂-Kompensation sollen die Spiele „grüner“ werden.

Auch Mailand und Cortina d’Ampezzo wollen den ökologischen Fußabdruck der Winterspiele verringern. Nur der Eiskanal in Cortina d’Ampezzo und die Eishockey-Arena PalaItalia Santa Giulia in Mailand wurden neu errichtet. Alle anderen Sportstätten bestehen bereits.

Verlierer und Gewinner

Für Investoren wird entscheidend sein, welche Unternehmen ihre Geschäftsmodelle anpassen. Denn traditionelle Wintersportausrüster wie Atomic, Head oder Rossignol leiden unter der unsicheren Schneelage. Hersteller mit breitem Portfolio wie Adidas, Nike oder Lululemon profitieren dagegen vom wetterunabhängigen Outdoor- und Lifestyle-Trend.

Allenfalls kurzfristige Gewinner sind Schneekanonen-Produzenten wie TechnoAlpin und Pumpenlieferanten wie KSB. Langfristig profitieren Energie- und Wassertechno-logiekonzerne wie Ørsted, Enel oder Veolia vom steigenden Bedarf an sauberem Strom und der Wasseraufbereitung in nachhaltigen Skigebieten. Besser aufgestellt sind Tourismuskonzerne wie Accor, TUI und Booking Holdings. Für sie bietet der Ganzjahrestourismus eine konstante Einnahmequelle.

Der Fonds TOP Sport Global Equity investiert gezielt in Unternehmen, die Innovation, Nachhaltigkeit und Sport verbinden – vom Hersteller smarter Ausrüstung bis zum Betreiber nachhaltiger Infrastruktur. Krisenfestigkeit und Zukunftsfähigkeit sind die neuen Erfolgsfaktoren. Denn auch wenn der Winter an Glanz verliert, die Faszination für den Sport bleibt.